Die ungarische Salami

Mit der ungarischen Salami habe ich nichts zu tun. Das möchte ich gleich mal zu Anfang festhalten. Denn, die ungarische Salami kommt aus Ungarn, ich aber nicht. Damit sei alles gesagt.

Oder fast alles. Mit Marshmellows zum Beispiel habe ich auch nichts zu tun, denn sie finde ich eklig und sie kommen auch von ganz woanders.

Manchmal habe ich bei Aldi doch mit ungarischer Salami zu tun. Die befindet sich in den mittleren Regalreihen,  ganz unten. Das ist in jeder Aldi Filiale so. Sie ist eine von den billigsten Salamisorten, aber sie lohnt sich wirklich. Wegen ihrem penetranten Geschmack hält sie sich ewig,  man kann nur wenig davon essen. Das ist die Gourmet-Seite der ungarischen Salami. Aber ich will hier keine Werbung machen. Sowieso hat alles mehrere Seiten.

Neulich war ich zum Beispiel in Steckelsdorf.

Steckelsdorf ist ein Dorf direkt hinter Rathenow, welches wiederum eine Stadt  in Brandenburg ist. Brandenburg ist das Land um Berlin herum.

Steckelsdorf hat ein Eiscafé, Familienbetrieb seit 1952 mit selbstgemachtem Eis, das Eiscafé Schwarz.

Das sind so die Orte, wo ich mich in der letzten Zeit herumtreibe. Warum ich das tue, das weiß ich selber nicht. Denn, nur ich kann es wissen, aber mich kenne ich nicht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mir noch nie begegnet bin. Und eine Wildfremde anzusprechen, fällt selbst mir schwer.

So sitze ich Steckelsdorf, im Eiscafé Schwarz, vor mir ein heißer Apfelstrudel, mit zwei Kugeln Vanilleeis, neben mir meine Tochter im Kinderstuhl, bis an den Haaransatz mit Erdbeersoße beschmiert, gegenüber meine Freundin P. mit einer gut erkennbaren Vokuhila , blondiert und mumifiziert seit 1986. Die Einrichtung ist in Gelbtönen gehalten, die Deckchen, die Wand, die Teppiche, alles sehr sauber und freundlich. Omas wie nach einem Fotoshoot für den Otto-Katalog, kleine Spielecke. Statt Garten ein Parkplatz mit ganz-ganz vielen Autos. Ich höre meiner Freundin P. zu. Die perfekt zu der Einrichtung passt und frage mich, wie ich hier gelandet bin.

Steckelsdorf hat einen sehr schönen Badesee, das hat mir die sehr nette Bedienung erzählt, eine kurvige Hauptstraße, große Bauernhäuser links und rechts, Brandenburger Gründerzeit, eine Gaststätte, ein ehemaliges Pionierlager und ganz viele Plakate für die NPD, praktisch auf jedem Strommast. Das ist sicher nur vorübergehend so, denn das habe ich schon mal erlebt hier, vor den letzten Wahlen. Dann sind sie verschwunden und die NPD hat nirgendwo einen nennenswerten Sieg errungen, was ich sehr schade finde. Denn die NPD sagt über andere auch nichts anderes als ich über die ungarische Salami. Kommt von woanders her, hab ich nichts mit zu tun.

Ich will hier keine Werbung für die NPD machen, aber es ist so, dass sie manchmal meine letzte Hoffnung sind. Ich hoffe nämlich, dass sie ganz stark werden und mich endlich nach Hause jagen.  Dann muss ich niemandem etwas erklären, Familie, geschenkt, denn wenn einer verfolgt wird, dann muss er fliehen. Das wissen wir mittlerweile, dass es besser ist. Dann zählt auch kein Ehemann keine Firma und nix.  Herrlich. Über Nacht Sachen packen und weg! Und dann weiß ich zumindest warum ich da bin, wo ich bin und nicht woanders.

Das hat aber nix mit der ungarischen Salami zu tun. Oder doch? Wenn alles mit allem zusammenhängt, dann steckt auch in Steckelsdorf etwas ungarische Salami. Zumindest in einer Alditüte, auf einem Küchentisch. Das sind so die Orte, wo sich Kulturen berühren.

Ich möchte sagen, ein Ausflug nach Steckelsdorf lohnt sich. Im Sommer wenn man mal nicht weiß wohin, dann auf nach Steckelsdorf.  Baden, Eis essen. Das dürfte ein Grund sein, der zumindest einen Nachmittag lang, einem sinnvoll erscheint.

 

 

 

 

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Eine Antwort auf Die ungarische Salami

  1. Katika sagt:

    Drága Réka,
    Hát igen, a szalámi olyan, mint az élet, nagy reményekkel vág bele az ember, de a vége felé már alig várja, hogy elfogyjon.
    És már a politikai pártoktól sem lehet megváltást várni, mindegyik csak ígérget és egyikük sem tölti be a hozzá fűzött reményeket.
    Tudod, hogy én gyakran az unortodox megoldásokat választom, persze legtöbbször inkább kényszerűségből, semmint kalandvágyból – bár néha az is belefér.
    Gugliztam kicsit és láttam, hogy Senzkében van egy szép kis sárga evangélikus templom, és istentiszteleteket is tartanak benne. És elgondoltam, hogy milyen nehéz is lehet a Gondviselésnek, ha komolyan veszi a munkáját.
    Mert mit tehet, ha azt látja, hogy valaki először sikeres érettségiért imádkozik hozzá, utána pedig káromkodva otthagyja az egyetemet, mert nincs megelégedve a színvonallal. Vagy még rosszabb, önszántából olyan országba költözik, ahol el sem ismerik az érettségijét. Ha rimánkodva esedezik azért, hogy első munkahelyére felvegyék, hogy aztán naponta szitkozódjék a hülye főnök és a lélekölő munka miatt. Ha kérlelve vágyakozik a nagy Ő után, akivel hátralevő életét leélhetné – és akit aztán meglepően rövid idő eltelte után rendszeresen elküld a kurva anyjába. Ha ez is ki van pipálva, sírva fohászkodik gyermekáldásért. De a feketeleves csak azután kezdődik, ha az imádott csemete mégsem funkcionál úgy, ahogy elvárta tőle, vagy még rosszabb, ha a világ nem funkcionál úgy, hogy az az imádott csemetének megfelelő legyen. A cigarettaszünetekben pedig egészségéért fohászkodik.
    De a Gondviselés olyan – nem tudom, hogy csinálja -, hogy bármit kérhet tőle az a szerencsétlen, megadja neki azt, ami neki jó. Csak kérni kell tudni.
    Nekem az a gyanúm, hogy te még sohasem kértél tőle semmit. Mindig mindent egyedül akartál kitalálni, megoldani és véghezvinni, mint a nagy hősök.
    Miért nem mész el abba a kicsi sárga házba és kérsz, először az életedben, valamit, amit nem tudsz egyedül megteremteni magadnak? Talán pont erre való a Gondviselés, hogy meghallgasson.
    De ezt csak bizalmasan mondom, kérlek maradjon kettőnk között, mert nem akarom, hogy őrültnek nézzenek.

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