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	<title>hausdrachen . házisárkány &#187; gastbeiträge</title>
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	<description>Hysterische Frauen an die Macht! . Hatalmat a hisztérikus nőknek!</description>
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		<title>A boldog házasság titka / Das Geheimnis der glücklichen Ehe</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 20:55:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Réka Kincses</dc:creator>
				<category><![CDATA[gastbeiträge]]></category>
		<category><![CDATA[hausdrachen]]></category>

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		<description><![CDATA[- Was ist das Geheimnis der glücklichen Ehe, Mama? - Ich weiss es nicht, für eine Hellseherin ist das eine einfache Frage, aber für mich eine sehr schwere. Es ist was für ein Fachmann&#8230;Als Apothekerin sage ich Zyankali&#8230;nein, lieber Arsen. &#8230; <a href="http://www.hausdrachen.net/2011/08/15/a-boldog-hazassag-titka-das-geheimnis-der-glucklichen-ehe/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/27589683" width="640" height="360" frameborder="0"></iframe></p>
<p>- Was ist das Geheimnis der glücklichen Ehe, Mama?</p>
<p>- Ich weiss es nicht, für eine Hellseherin ist das eine einfache Frage, aber für mich eine sehr schwere. Es ist was für ein Fachmann&#8230;Als Apothekerin sage ich Zyankali&#8230;nein, lieber Arsen. Es gab ein Dorf, da haben die Frauen hundert Jahre lang glücklich gelebt, weil es eine Alte gab, die den Gift gemischt hat für die Ehemänner, die verschwinden sollten.</p>
<p>- Du hättest gern in diesem Dorf gelebt?</p>
<p>- Na ja.</p>
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		<title>Requiem für Habsburg &#8211; ein Gastbeitrag von Boris Kálnoky</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 08:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Réka Kincses</dc:creator>
				<category><![CDATA[gastbeiträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Philip zieht eine Braue hoch. „Du hast ja einen schwarzen Anzug“, meint er anerkennend. „Noch dazu deine Größe! Schwarze Krawatte?“ Ja, Seide sogar, der Anzug etwas zu glänzend und die Schuhe etwas zu spitz, ich lebe in der Türkei, da &#8230; <a href="http://www.hausdrachen.net/2011/07/26/requiem-fur-habsburg-ein-gastbeitrag-von-boris-kalnoky/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Philip zieht eine Braue hoch. „Du hast ja einen schwarzen Anzug“,<br />
meint er anerkennend. „Noch dazu deine Größe! Schwarze Krawatte?“ Ja,<br />
Seide sogar, der Anzug etwas zu glänzend und die Schuhe etwas zu<br />
spitz, ich lebe in der Türkei, da nennt man das Stil. Wir kippen noch<br />
einen Whisky, auch die Familie ist langsam so weit, und so gehen wir<br />
trauern. Ziemlich gut gelaunt, wie ich gestehen muss, aber ich habe<br />
mir ganz fest vorgenommen, dass ich ergriffen sein werde.</p>
<p>Philip hat meine Tochter Emilia an der Hand, 6 Jahre, die fünfte von<br />
sechs; er selbst ist ohne Familie da, seiner Frau schien die Reise zu<br />
anstrengend. Obwohl, wenn es darum geht, nach England zu reisen zu<br />
Prinz Charles, oder zur Hochzeit von Kate und William, da ist es ihr<br />
nie zu anstrengend, da fliegt sie sogar, obwohl sie sonst Flugangst<br />
hat. Aber das hier ist nur Habsburg, nicht Windsor, und Beerdigung,<br />
nicht Hochzeit, und zur Windsor-Hochzeit war kein Habsburg eingeladen,<br />
sie aber schon.</p>
<p>Wir gehen zur Totenmesse für Erzherzog Otto, der 99 Jahre alt wurde<br />
und nie die Vergangenheit verließ, und gerade deswegen die Kraft fand,<br />
die Gegenwart besser zu machen. In Ungarn verbinden die meisten<br />
Menschen das Ende des Eisernen Vorhangs mit seinem Namen. Ein<br />
„Picknick“ hatte er damals an der Grenze organisiert, es wurde zu<br />
einer Stampede in die Freiheit für Hunderte Ostdeutsche und das Ende<br />
des Kommunismus. König von Ungarn wäre er gewesen, und Kaiser von<br />
Österreich, wenn es die Monarchie noch gäbe.</p>
<p>In der Basilika allgemeines Händeschütteln mit Verwandten und<br />
Bekannten, Philip hat da einiges mehr zu schütteln als ich, ich habe<br />
die durchlauchte Gesellschaft nie besonders gesucht, und mein Anzug<br />
glänzt tatsächlich ein wenig türkisch. Würde sich gut in der Disco<br />
machen, raunt Philip mir zu, wir sitzen inzwischen im abgegrenzten<br />
Bereich für die Habsburger Gäste, wer hier sitzt, darf nachher auch<br />
kondolieren. Dahinter gibt es einen weiteren Block für Ehrengäste der<br />
Kirche, und rundherum stehen Touristen und Budapester, die es sich<br />
nicht nehmen lassen wollen, dieses letzte Erinnern an die Habsburger<br />
Monarchie mit zu erleben. „Ich glaube ich werde ganz passend weinen“,<br />
sagt Philip, „mir steckt eine Wimper im Auge“.</p>
<p>Eine Ehrengarde in historischen Uniformen schreitet gemessen auf und<br />
ab durchs Kirchenschiff, schön ist das, noch eine gute halbe Stunde<br />
bis es beginnt, man plaudert derweil leise und fächert sich Luft zu.<br />
Und in einem Paralleluniversum sitzt Réka mit bei uns,  in einer Welt,<br />
in der es ihr gelang, Philip zu manipulieren, damit er sie heiratet.<br />
(Eigentlich passierte in der wirklichen Welt so etwas Ähnliches, nur<br />
dass es nicht Réka war, der das gelang.) Es ist ihr zu warm, ihr<br />
scharfer Blick notiert das Sehen und gesehen werden, denn wer hier<br />
ist, der ist wer, zumindest in der Welt des österreichisch-ungarischen<br />
Adels. Die Regierung ist auch da, Ungarns Präsident Pál Schmitt und<br />
Ministerpräsident Viktor Orbán, und jede Menge Minister und<br />
Botschafter. Wie man sich begrüßt, einander die Hände schüttelt, das<br />
sieht fast aus, als beglückwünsche man sich gegenseitig, hier zu sein.<br />
Réka spürt auch Unsichtbares, durch Ungarn weht ein neuer, alter,<br />
autoritärer Geist, den sie nicht mag, und der aus dem Ritual hier<br />
Kraft saugt, um noch stärker zu werden. Und sie gibt mir zu verstehen,<br />
dass sie ja ganz anders ist, von armenischen Knopfhändlern abstammt.<br />
(Sie kommt freilich aus einem ausgesprochen bildungsbürgerlichen<br />
Elternhaus, wo niemand jemals irgendeinen Knopf verkaufte.)</p>
<p>Ich sehe ganz andere Dinge, ich kenne ein paar der Leute hier ja auch<br />
etwas besser, ich sehe eine Gemeinschaft von Menschen, die Werte<br />
teilen, die der Welt da draußen meistens fehlen. Man ist hier<br />
katholisch und konservativ, und meint das überwiegend ehrlich, und<br />
versucht es auch zu leben. So wie Otto es lebte; der Abschied heute<br />
ist nur ein Abschied von ihm, nicht von der Idee, dass dies die Art<br />
ist, wie man Mensch sein sollte. (Réka flüstert, wer genug Geld hat,<br />
hat gut Mensch sein.)</p>
<p>Ein Glöcklein bimmelt, draußen dröhnen die Glocken, es beginnt. Eine<br />
ganze Kolonne von Bischöfen zieht ein, vor ihnen die Fahnen des Hauses<br />
Habsburg. Der Kardinal liest ein Telegramm des Papstes vor, Georg<br />
Habsburg liest eine Bibelstelle; der Chor singt schöne Lieder.<br />
Alldieweil ist mir zu heiß, und mir fällt auf, dass meine Gedanken<br />
weder bei Otto sind, noch bei meinem Großvater Hugó, für den ich<br />
eigentlich hier bin. Er ist zwar seit 56 Jahren tot, aber sein ganzes<br />
Streben und Sehnen galt seinem „König“ Otto, und ich bin deswegen<br />
hier, damit –so bilde ich es mir ein &#8211; Hugó es miterleben kann. Er<br />
selbst, als es ans Sterben ging, rief Otto an, aus dem Krankenhaus,<br />
eine Abschiedsaudienz per Telefon, um sich vom Dienst des Lebens<br />
abzumelden. Dafür ließ er das Sterbebett ein wenig höher einstellen,<br />
um Respekt zu zeigen. Das war 1955. Jetzt ist es Otto, der sich<br />
verabschiedet, und nun bricht es doch über mich herein, dass eine Welt<br />
zu Ende geht.</p>
<p>„Prüfen wir unser Gewissen, damit wir würdig von Erzherzog Otto<br />
Abschied nehmen können“, sagt der Kardinal, und 800 Menschen senken<br />
den Kopf, klopfen sich mit der halb geschlossenen Hand auf die Brust<br />
und jeder für sich bekennt murmelnd „meine Schuld, meine schwere<br />
Schuld“. Schuld = Pfusch am Leben, fährt es mir durch den Kopf, mein<br />
Gott was stellt man alles an im Laufe eines Privatlebens, und auch ich<br />
senke schuldbewusst den Kopf.</p>
<p>Otto selbst wird nicht hier begraben, das geschah tags zuvor in der<br />
Kapuzinergruft in Wien, da wurde nach altem Brauch an der Tür geklopft<br />
und um Einlass gebeten für den „Kaiser von Österreich und König von<br />
Ungarn“, und die Antwort war: „Kenne ich nicht.“ Nochmals wurde<br />
geklopft und um Einlass gebeten, für den „König von Böhmen“ und all<br />
die anderen Titel Ottos. „Kenne ich nicht“. – Zum Schluss wurde er<br />
dann nur noch als „ein einfacher, sündiger Sterblicher“ angekündigt,<br />
da öffnete sich die Tür.</p>
<p>Schön war das, und der Kardinal erzählt davon, und von Ottos Leben –<br />
wie Nazis und Kommunisten ihn gleichermaßen hassten, und er könnte<br />
hinzufügen, dass es auch in unserer heutigen Welt genug Menschen gab,<br />
die ihn verunglimpften, einfach nur weil er sich als Christ verstand<br />
und als konservativ.</p>
<p>Zur Kommunion schwärmt ein Dutzend Bischöfe aus, die Hostien zu<br />
verabreichen. Ich nehme Emilia mit, aber der Bischof, an den ich<br />
gerate, versteht nicht, dass er sie segnen soll, nicht die Hostie<br />
geben, sie ist noch zu jung; skurriler Augenblick, als ich den Wunsch<br />
wiederhole stellt er ihr den Teller mit den Oblaten auf den kleinen<br />
Kopf. Philip kniet bereits meditativ und gottergeben, als ich<br />
zurückkehre, neben den Stuhlreihen, mitten im Durchgang, gut sieht er<br />
so aus, von allen der einzige, der so frei kniet. Mein Blick verirrt<br />
sich zu den Fernsehkameras. Und dann knie auch ich, es ist der einzige<br />
Augenblick, für den sich eine Messe lohnt, den Geist leeren und warten<br />
was kommt, irgendwas kommt immer. Da ist es auch schon: Ein leichtes,<br />
befreiendes Gefühl, dass es gut so ist, dass zwar niemand so ganz bei<br />
der Sache ist, an den Toten zu denken und an das richtige Leben; und<br />
doch jeder ein bisschen; dass es ausreicht, wie jeder hier zwar ein<br />
wenig Snob ist, und stolz ist, zum Kreis der Erlauchten zu gehören,<br />
und doch auch ehrlich Mensch, der gut sein will. Und dass es gut ist,<br />
dass das Alte vergeht, denn das Neue wird auch gut sein, wenn nur ein<br />
wenig Glauben im Herzen bleibt.</p>
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